
Nachdem das Kulturprogramm in letzter Zeit ein wenig kurz gekommen ist, hab ich mir gedacht daß so ein kleines Läufchen durch Madrid bestimmt eine gute Gelegenheit ist, um sich auf einen Schlag mal alles schnell anzusehen, was diese Stadt so sehenswert machtNeueste Errungenschaft der spanischen Jugend: sogenannte “Botellons”. Nette Umschreibung für ein verbotene Treffen von zumeist Minderjährigen auf öffentlichen Plätzen mit anschließendem Kollektivbesäufnis und dem Ergebnis völlig verschmutzter Anlagen. Zumindest für Letzteres sollte man ja eigentlich Verständnis haben: Wer ist denn schon in der Lage noch etwas aufzuräumen, wenn der Alkoholpegel jenseits von Gute und Böse schwankt und die halluzigene Wirkung dazu führt, daß man entweder jeder leere Flasche zweimal oder eben gar nicht mehhr sieht. Die spanische Regierung in jedem Fall findet alles nicht lustig, worauf es in den letzten Wochen in Madrid und Barcelona wiederholt zu Ausschreitungen der Jugendlichen mit der Polizei gekommen ist, welche die Plätze räumen sollte (nicht der alkoholisierten Jugendlichen wegen, sondern wegen der Ordnung und Sauberkeit am darauf folgenden Tag)
Hab mir also gedacht: Prima, Party, also nichts wie hin nach Barcelona. Als ich ankam musste ich allerdings feststellen, daß zumindest für dieses Wochenende die jugendlichen Gruppen entweder keine Lust auf Alkohol oder auf Gummiknüppel hatten. Zumindest von jedem kollektiven Massenbesäufnis Fehlanzeige.
Hab mich dann zum Ausgleich einfach nach anderen Aktivitäten umgesehen – in meiner Altergruppe – und mich brav mit tausend anderen am Sonntagmorgen an die Startlinie zum Marathon gestellt. Eindeutig das kulturelle Highlight dieses Monats. Schließlich hab ich in weniger als dreieinhalb Stunden alle Sehenswürdigkeiten der Stadt im Schnelldurchlauf besichtigt. Und mich mit Svenja getroffen – das absolute Beziehungs-Highlight des Monats – die nach 6 Monaten Miami, vor dem Weiterflug nach San Francisco, mir einen kleinen Besuch abgestattet hat.
Wir haben ein wunderschönes Wochenende. Am besten hat uns das Museumsviertel unweit der olympischen Anlagen gefallen, wo es eine richtige kleine Stadt zu bestaunen gab, die sich aus Häusern aller Regionen Spaniens zwischen dem 10. und 17. Jahrhundert zu besichtigen gab. In einem verwunschen Hinterhof haben wir bei herrlichem Sonnenschein kulinarische Köstlichkeiten und die Sonne genossen.