Samstag, 1. Juli 2006
Grillfest im Garten
Donnerstag, 22. Juni 2006
Ein neues Zuhause

Da ist es nun also endlich - mein neues Zuhause. Nachdem der Kursus in Cartagena an der Schule der spanischen Marineinfanterie mit dieser Woche zu Ende gegangen ist, habe ich mit dem zweiten Umzug in gut 6 Monaten, das Plätzchen gefunden, wo ich die nächsten zweieinhalb Jahre bleiben werde.
El Puerto de Santa Maria, heißt die kleine Stadt, wo das Häuschen steht. In angenehmer Entfernung zu meiner künftigen Arbeitsstätte, dem Marinestützpunkt von Rota, so daß ich hoffentlich nicht jeden Tag ins Auto steigen muss, sondern mit dem Fahrrad oder dem Roller mich auf den Weg machen kann. Für alle die es interessiert - und die zu faul sind den Atlas zu bemühen oder Google Earth zu befragen, reiche als grobe Angabe der äußerste Südosten Spaniens, zwischen Cadiz im Süden und Jerez de la Frontera im Norden.
Das Haus liegt gut 10 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt, in einem schönen ruhigen Viertel, und hat nicht nur jede Menge Platz, sondern auch noch eine große Badewanne zum Planschen.
Die Stadt selbst ist zwar nicht sonderlich groß, doch verfügt über so ziemlich alles was man zum Leben braucht. Designer-Boutiquen wird man hier allerdings vergebens suchen
Vom kleinen Hafen aus kann man Cadiz mit der Fähre in knapp 20 Minuten erreichen, um einen der geschichsträchtigen Flecke Andaluciens zu erreichen. So darf sich diese Stadt (neben San Fernando im süden), aufgrund seiner "Insellage" rühmen, als einzige nicht den Truppen Napoleons zum Opfer gefallen zu sein.
Mehr Bilder seht Ihr bei flickr.com
Ein authentischer Experte

Jesus findets prima, Adolfo weiß noch nicht so recht was er denken soll, Kim ist in Gedanken schon im Flieger, Fran ist zufrieden, Jungi will in den Kongo, Antoniette sieht das alles ein wenig kritisch, Pedro denkt schon an seine Hochzeit und Jaime raucht erstmal entspannt eine Zigarette....
Der Kurs "Amphibische Operationen" ist mit unserem letzten Besuch der Generalstäbe des Heeres, der Luftwaffe und der Marine in Madrid zu Ende gegangen.
Mit der Überreichung der "Diploma" sind wir nun also alle authentische Experten, wie man so mit einem Amphibienfahrzeug an den Strand fährt, ohne sich die Hosen naß zu machen oder der Rucksack baden geht. Ob wir dann tatsächlich auch alles so richtig verstanden haben, wird sich spätestens bei der ersten Übung zeigen, wenn uns der Wind ständig die überdimensionalen Karten ins Gesicht bläst, wir am Strand keinen Stecker für den Labtop finden und auch sonst einfach partout keiner machen will, was wir uns so tolles ausgedacht haben.
Zumindest haben wir den Lehrgang geschafft und das war ein gutes Stück Arbeit. Ich bin froh, daß es zu Ende ist, nicht zuletzt weil ich hoffe damit endlich ein wenig auch das Land genießen zu können und mir nicht jede Nacht mit mühsamer Schreiberei auf Spanisch um die Ohren schlagen zu müssen. Alles in allem war es für mich ein guter Lehrgang bei dem ich viel gelernt habe. Bleibt abzuwarten wie es nun auf meinem nächsten Dienstposten wird. Doch zuversichtlich und mit der Sonne im Nacken sehe ich dem allen gelassen entgegen.
Wenn ihr also in eurem nächsten Urlaub plant die griechischen Inseln per Amphibienfahrzeug zu erkunden, die Landung in Seoul zu re-inszenieren oder einfach nur wissen wollt, wie man auch ohne Labtop am Strand ein Klo findet, so freue ich mich Euch mit meinem geballten Wissen zur Verfügung zu stehen
So schön kann Fußball sein...
Mittwoch, 21. Juni 2006
Airshow am Mar Menor

Abheben und einfach alles vergessen...
Das haben zumindest die Piloten bei der Airshow gemacht, die ich mir zusammen mit Antonio und Lala, seiner Freundin, am 4. Juni über dem Mar Menor, einer rießigen Flachwasserbucht in der Nähe von Mucia. Zu bestaunen gab es neben einer schweiterischen und italienischen Kunstlugstaffel, sowie der ortsansäßigen Mannschaft der spanischen Luftwaffen, die berühmten "Red Arrows" der britischen Luftwaffe. Anlaß für das Spektakel über den Kopfen tausender Schaulustiger aus der ganzen Provinz, war die Feier der Region Murcia als Heimat für spanische Militärflieger seit 75 Jahren.
Sehr sehenswert und beeindruckend die Formation mit dem Herzen für alle die ihrer Freundin/Freund mal so richtig imponieren wollen. Ein ausgedehntes Übungsprogramm mit Papierfliegern ist da allerdings sehr zu empfehlen, bevor man sich ein jetgetriebens Luftfahrtzeug unter den Hintern schnallt.
Dienstag, 2. Mai 2006
neue Bilder aus dem Wilhelmshaven des Südens
Kuriositäten II
an den Socken lag es nicht...

Als ich vor vier Wochen in Madrid in diesem Sportladen für mit jenem älteren, schon etwas ergrauten Veteranen des Laufsports einen kleinen Plausch hatte, beantwortete er meine Frage hinsichtlich des Marathon der vier Wochen später stattfinden würde mit “muy duro”, was nicht schwierig zu verstehen war. Die Anmerkung, daß er selbst auch schon dran teilgenommen hätte und die Erwähnung seiner “Zeit” klang damals noch nicht so stolz und der mich musternde Blick erschien mir nicht so besorgt, wie es mir jetzt in Erinnerung ist. Zumindest warnte er mich noch hinsichtlich der vielen Steigungen und gab mir zu Verstehen, daß es in Madrid immer entweder sehr heiß sei oder sehr kalt sei.
Heute, zwei Tage nach dem Ereignis in der spanischen Metropole, kann ich der Historie meiner Versuche die 3-Stunden-Marke zu unterbieten folgende Anmerkungen hinzufügen: Vermutlich wäre es besser, wenn ich noch 20 Jahre länger trainiere, bis ich das Alter des ergrauten Herren und damit vielleicht seine konditionelle Verfassung erreicht habe, denn seine Zeit vermochte ich nicht zu unterbieten. Und und für das nächste Mal werde ich Sonnencreme, Steigeisen und vorsichtshalber den Metro-Plan von Madrid einpacken.
In Erinnerung wird mir nichtsdestotrotz ein schöner Lauf bleiben bei herrlichem Sonnenschein (und Sonnenbrand), mit einer begeisterten Zuschauermenge, die teilweise so enge Spaliere formte, wie man sie aus den Fernsehübertragungen der Bergetappen der Tour de France kennt, viele hübsche Mädchen am Straßenrand und eine sagenhafte Verpflegungsstation im Ziel, dem Retiro-Park, die mir die restlichen Mahlzeiten des Tages ersparte.
Ich werde also weiter laufen…
Müde Krieger

Wer es mir bisher nicht geglaubt hat, sieht hier das Ergebnis: Spanische Marineinfanteristen, denen zumindest im Diskutieren keiner das Wasser reichen kann, ein koreanischer Artillerist, erprobt in jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit dem kommunistischen Bruderstaat und ein Anti-Terror- und Drogenspezialist aus Nicaragua – dahingestreckt von der Anstrengungen und Entbehrungen der letzten Monate.
Vielleicht lag´s auch einfach an dem einstündigen Vortrag des enthusiastischen Triebwerkmechanikers der Luftwaffeneinheit, die wir besuchten, der missverstanden hatte, daß wir nach seinem Vortrag über die Turbine keine der selbigen nachbauen können sollen und auch nicht mit das technische Verständnis der Konstrukteure des Flux-Konvertors aus dem Film “Zurück in die Zukunft” besitzen.
Ich für meinen Teil hab jedenfalls schon nach 3 Minuten mehr Gefallen an folgendem Spiel gefunden:
Wir suchen etwas was so aussieht und hoffentlich nicht in einer der Turbinen liegt:

Hatte gehofft, wenn ich es finden würde, könnte ich vielleicht auf einen Mitflug spekulieren.
Hab´s nicht gefunden…
und eine Turbine kann ich auch nicht beschreiben…
Mehr Bilder könnt Ihr in der Photogalerie sehen unter: ALA 14
um des Ruhmes willen
Irgendwie trachtet doch ein jeder danach, dort wo er ist oder bei der Sache der er sich widmet, sich, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Nach Möglichkeit einen positiven. Gibt es doch einem ein gutes Gefühl zu wissen, daß sich die Menschen gerne an einen erinnern und das Vollbrachte als Bereicherung empfinden.
Bestpreise, Erstplazierungen in Statistiken, Auszeichnungen oder Ehrungen stellen in der Hinsicht vermutlich eine besonders wertvolle Betonung der Leistungen dar.
Da diese in zwar sehr erstrebenswert erscheinen, aber nicht immer so einfach zu erreichen sind, habe ich mich entschlossen einen anderen Weg zu gehen. Ich werde mich von nun an der Kriminalstatistik von Cartagena profilieren.
Nicht daß ich vorhätte mich durch Pöbeleien mit ignoranten spanischen Autofahrern während des Fahrradfahrens hervorzutun, auffällig oft das Auto im Halteverbot zu parken mit dem Hinweis, daß ich ja Ausländer sei und das Verbotsschild nicht interpretieren könne, mir demonstrativ in Lokalen mit Rauchverbot eine Zigarette anzuzünden oder Passanten mit deutschen Schimpfwörtern zu belegen.
Nein, mein Anliegen zielt darauf mit der Unterstützung der Kleinkriminellen Cartagenas bei der Polizei zu zweifelhaftem Ruhm zu gelangen.
Nachdem ich es im Januar bereits geschafft habe jemanden dazu zu verführen mein Nummernschild zu klauen, indem ich es nicht wie ortsüblich mit mindestens 4 Nieten gesichert habe, sondern lediglich angeschraubt hatte, ist mir jetzt der zweite große Coup gelungen: Am hellichten Tage haben gerade mal 5 Minuten vor der Postamt ausgereicht, um mit dem Diebstahl des Vorderrades meines Fahrrades erneut Erwähnung in den Analen der Polizei zu finden. Ich habe natürlich vorsichtshalber anschließend die anwesenden Passanten befragt, ob sie etwas gesehen hätten, damit man mir nachher nicht leichtfertige Mithilfe zur Tat nachsagen könnte. Nachdem aber keiner etwas gesehen hatte, bin ich dann mit dem geschulterten Rad zufrieden nach Hause gegangen, habe eine zweite Kerbe in den Schreibtisch geschnitzt und mir für den kommenden Tag folgende Notiz gemacht:
- Internet-Seite von Heckler und Koch ansehen
- Waffengesetzt Spanien hinsichtlich Beschränkungen überprüfen
- Neues Vorderrad kaufen


