
Eine seltsame Mischung war es die uns empfing als wir in den Hafen von Beirut einliefen, um das Kontingent der spanischen Legion auszuladen, deren Fahrzeuge und Gerät wie Tage zuvor in Almeria an Bord genommen hatten, um die Marineinfanteristen die seit Beginn der UN-Resolution im Land waren, abzulösen.
Das restaurierte Zentrum ließ nur wenig von dem erahnen, was dort vor knapp einem Jahr als die "Zedern-Revolution" die Medien in aller Welt in Staunen, und die Bürger des Landes in große Hoffnung versetzte. Lediglich das Grabmal des ermorderten Ministerpräsidenten, den das Land als Märtyrer jener Bewegung hervorgebracht hatte, vermochte neben all den Nobel-Boutiquen und Karossen daran zu erinnern.
Doch schon wenige Meter hinter den Prachtbauten wird man all der Gebäude gewahr, deren Skelette von Bombentreffern und Geschossen zersiebt, die Grausamkeit dieses Konfliktes in die Gegenwart projezieren.
Erstauenen vermochte zudem die ausgesprochen aufgeschlossenen und fröhlichen Menschen, deren Zusammenleben nicht nur durch die verschiedenartigsten Kultur- und Religionseinflüsse signifikant unterschiedlich geprägt ist, sondern auch durch ihr Erscheinungsbild. Während die Damen der Gesellschaft, das Prada-Täschen schwingend den Lamborghini parken, treibt ein Araber seinen Esel an den Zebrastreifen zu überqueren.
Es war für mich ein besonderes Erlebnis und gerne wäre ich dem Bann noch ein wenig länger erliegen geblieben. Die Schönheit des Orients übte selbst in diesem Elend noch eine wundersame Anziehung aus.